DKMS - 8. November


Das Ehrenamt hat in unserem täglichen Leben eine enorme Bedeutung bekommen. Es ist heute praktisch nicht mehr wegzudenken, dass „eine Einzelperson oder eine Gruppe freiwillig und unentgeltlich Arbeit leistet“, wie es bei Wikipedia heißt. Ehrenamtlich betätigen können wir uns in verschiedenen Positionen, etwa in einem Verein.
In der LSG gibt es viele ehrenamtlich Tätige. Wertvolle Mithilfe bei der Ausrichtung der zahlreichen Wettkämpfe, die die LSG anbietet (in diesem Jahr waren es zehn), leisten etwa die Kampfrichter an den Wettkampfstätten.
Der Hessische Leichtathletik Verband hatte kürzlich einen Kampfrichter-Grundlehrgang in Eschhofen ausgeschrieben, speziell für Vereinsvertreter aus dem Kreis Limburg-Weilburg. Sehr erfreulich aus Sicht der LSG: 12 der 16 Teilnehmer*innen kamen von der LSG.
Sie wurden zwei Tage lang theoretisch und praktisch geschult. D. h. das theoretisch vermittelte Wissen wurde immer wieder in Praxisübungen auf dem Sportplatz praktisch angewendet. So ging es am ersten Tag um die technischen Disziplinen Sprung und Wurf und am zweiten Tag um den Kampfrichtereinsatz beim Lauf und Mehrkampf. Zum Abschluss konnte jeder sein erworbenes Wissen mit einer Lernerfolgskontrolle testen.
„Dass ein so großer Teil der Kursteilnehmer aus unseren eigenen Reihen kam, zeigt, wie tief die Hilfsbereitschaft in der LSG verwurzelt ist," erklärte LSG-Vorsitzender Thomas Laux. "Ich danke Euch allen herzlich, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt, um unser Team zu verstärken. Ohne diese wertvolle ehrenamtliche Unterstützung könnten wir die Qualität und Vielfalt unserer Wettkämpfe in dieser Form nicht gewährleisten.“

Absolvierten ein ganzes Wochenende lang die Kampfrichter-Grundausbildung Leichtathletik (hinten v. li.): Julia Bremser, Hanna Schneider, Sophie Köble, Lea Seyffert, Brigitte Ohde-Seidel, Lorena Weber, Silvia Litzinger, Daniela Reichwein, (vorne v. li.) Lotta Herdter, Emma Keinbrecht, Lotte Rumpf und Silke Lennartz.
Mehr als 40.000 Läuferinnen und Läufer waren am Sonntag in Köln auf den Straßen der Domstadt unterwegs. Bevor es am 10.30 Uhr für die Läuferinnen und Läufer der langen Strecke über 42,195 km losging, startete bereits um 8.30 Uhr der Halbmarathon. Unzählige Menschen an der Strecke sorgten wie immer für eine ausgelassene Kulisse beim 28. Köln Marathon, und auch das Wetter spielte bestens mit. Im Vergleich zum Vorjahr war die Zahl der Läuferinnen und Läufer um über zehn Prozent gestiegen.
Auf einem flachen und schnellen Kurs ging es bei der viertgrößten Marathonveranstaltung Deutschlands sternförmig durch die Stadt. Start war auf der Opladener Straße in Köln-Deutz. Das Ziel lag traditionell auf der Komödienstraße direkt am Dom.

Die Strecke führte entlang des Rheinufers sowie durch belebte Kölner Viertel wie Rodenkirchen, Lindenthal, Ehrenfeld und Nippes, entlang derer rund 300.000 Zuschauer mit Trommeln, Plakaten, bunten Luftballons und lautstarken Anfeuerungsrufen für Stimmung sorgten.
Mittendrin: Peter Ringeisen, der zum ersten Mal in Köln am Start war und absolut angetan war von der Atmosphäre: „Die Stimmung ist unschlagbar! Quasi 42 km lang eine Finishline! Es ist unfassbar, was da abgeht! Vom ersten bis zum letzten Meter nur Menschen und Musik und Rambazamba! Mega! Ich hab‘ sowas noch nicht erlebt!“
Peter genoss diese Stimmung und ließ sich von ihr tragen. Den Halbmarathon absolvierte er in 1:32:54 h so schnell wie bei seiner Bestzeit von 3:09:05 h beim Danzig Marathon im April. Allerdings fiel ihm das Rennen ab Kilometer 32/33 sehr schwer. „Es war sehr warm heute und ich war etwas zu warm angezogen“, schilderte der 51-Jährige. Er büßte auf der 2. Streckenhälfte ein paar Minuten ein, war aber mit seiner Endzeit von 3:13:51 h sehr zufrieden. Damit war ihm eine Durchschnittszeit von 4:35 min pro Kilometer gelungen. „Meine Zeit ist unterm Strich sehr zufriedenstellend. Jedoch hab‘ ich hart dafür gekämpft!“, berichtete er. Peter belegte Platz 778 der mehr als 9.600 Finisher und wurde 32. seiner Altersklasse M50.
Der 28. Köln Marathon hat einmal mehr bewiesen, warum er zu den beliebtesten Laufveranstaltungen Deutschlands zählt: Eine perfekte Mischung aus sportlichem Ehrgeiz, mitreißender Stimmung und unvergesslichen Momenten.


Mit Lucija Heun und Toni da Conçeicão hatte die LSG am vergangenen Sonntag eine Debütantin und einen sehr erfahrenen Läufer am Start bei der 52. Auflage des Berlin Marathon. Mehr als 56.000 Menschen aus 162 Nationen hatten sich für den Lauf über die klassische Distanz von 42,195 Kilometern angemeldet. Damit gehört Berlin weiterhin zu den größten Marathonveranstaltungen weltweit und ist das mit Abstand größte Rennen dieser Art im deutschsprachigen Raum.
Über 50.000 Finisher erlebten bei idealem Wetter den ganz besonderen Moment beim Durchlaufen des Brandenburger Tores kurz vor der Ziellinie, Zehntausende Zuschauende und 80 Live Bands feierten den Sport entlang der Strecke.
Toni machte sich am Sonntag bereits zum 12. Mal auf den Weg durch die Hauptstadt. „Die altbewährte Strecke mit ihren zahlreichen optischen Attraktionen und ihren unzähligen, stetig anfeuernden Zuschauern ist und bleibt einfach ein Highlight“, berichtete er begeistert. Toni kam mit den Bedingungen gut zurecht und lief nach einem sehr gleichmäßigen Rennen in 3:14:39 Stunden absolut zufrieden ins Ziel. Mit einer Durchschnittszeit von 4:37 Minuten pro Kilometer belegte er Platz 6477 des Gesamtfeldes und Rang 388 seiner Altersklasse M50. Insgesamt war es für den 53-Jährigen bereits der 99. Marathon seines Lebens. Sein 100. Marathonjubiläum möchte Toni Ende Oktober beim Frankfurt Marathon feiern.

Originelles Erinnerungsfoto vom Berlin Marathon: Toni da Conçeicão mit dem Berliner Bär.
Lucija Heun dagegen absolvierte ihren allerersten Marathon. Sie ging recht unbedarft an die Sache heran und war absolut angetan von dem Rennverlauf. Auch ihr gelang ein sehr gleichmäßiges Rennen. Den Halbmarathon absolvierte sie in 1:46:33 Stunden, und für die zweite Streckenhälfte benötigte sie 1:47:51 Stunden. Am Ende überquerte sie nach starken 3:34:24 min als 553. ihrer Altersklasse W30 die Ziellinie hinter dem Brandenburger Tor. Damit war ihr eine Durchschnittszeit von 5:05 Minuten pro Kilometer gelungen und sie freute sich riesig. „Erst durch die Vorbereitung merkt man, wie viel Zeit, Disziplin und Umfang hinter einem Marathon stecken – umso mehr Respekt habe ich vor allen, die das öfter machen! Das Wetter, die Strecke und vor allem die Stimmung waren einfach ein Traum. Ein unglaublich schönes Erlebnis und ein Tag, an den ich mich noch lange erinnern werde. Danke Berlin!“, ließ sie den Tag Revue passieren.
Zwei unterschiedliche Perspektiven, eine gemeinsame Leidenschaft: Luci und Toni bewiesen in der Hauptstadt eindrucksvoll, dass die Faszination des Marathons über alle Erfahrungsstufen hinweg besteht.

Impressionen von Lucis erster Marathonteilnahme in Berlin – Freude pur.
Der Hessische Leichtathletik Verband hatte am vergangenen Samstag die Jahrgänge 2011 und 2012 mit ihren Heimtrainern zum Kader- und Sichtungstest 2026 in die Leichtathletikhalle Frankfurt-Kalbach eingeladen. Unter den 50 jungen Athlet*innen aus 32 Vereinen waren gleich drei von der LSG: Lu Nierfeld, Marie Sahler (W15) und Amelie Rumpf (W14). Alle drei waren schon in diesem Jahr Mitglied des Landeskaders.

Die drei jungen LSG-Athletinnen nahmen am Kadertest teil und wurden erneut in den Hessenkader berufen (v. li.): Amelie Rumpf, Marie Sahler und Lu Nierfeld.
Der bundeseinheitliche Test ist – neben den disziplinspezifischen Mindestleistungen - Voraussetzung für eine Berufung in den Landeskader. Er besteht aus mehreren Prüfungen im Sprungbereich (5er Sprunglauf, 3er Hop sowie Drop Jump und Counter Movement Jump zur Testung der reaktiven Kraftfähigkeit der Sprungmuskulatur), Sprint (60 m), Athletikübungen (Schocken vorwärts/rückwärts, turnen), dem Cooper Test (12 min laufen) und beinhaltet des Weiteren die Anthropometrie (Messung von Körperhöhe, Körpergewicht, Sitzhöhe, Armspannweite und Reichhöhe im Stehen). Getestet wurde nach Disziplinblöcken. Lu war in der Gruppe Sprung, und die beiden Hammerwerferinnen, Marie und Amelie, in der Gruppe Wurf verortet.
Gleich im Anschluss an die Testung erfolgte die Nominierungsfeier, zu der auch die Eltern eingeladen waren. Lu Nierfeld wurde in den Dreisprungkader aufgenommen, Marie Sahler und Amelie Rumpf in den Wurfkader. Alle Athlet*innen bekamen von dem Paten bzw. der Patin ihres jeweiligen Kaders eine Berufungsurkunde und ein HLV-T-Shirt überreicht. Patin des Wurfkaders ist Curlie Brown. Die 20-jährige Diskuswerferin von Eintracht Frankfurt wurde 2022 U18 Europameisterin, 2023 U20 Europameisterin und im letzten Jahr gewann sie Silber bei der U20 EM. Patin des Sprungkaders ist Julian Holuschek – ebenfalls von Eintracht Frankfurt. Der 21-Jährige Weitspringer wurde im letzten Jahr Deutscher Hallenmeister im Weitsprung.
Zu den Unterstützungsmaßnahmen bzw. -angeboten, die die jungen Talente vom HLV erhalten (können), gehören Trainingsmaßnahmen am Standort Frankfurt, physiotherapeutische und medizinische Begleitung sowie Unterstützung in der dualen Karriere. Die Eltern sind und bleiben die Hauptsponsoren, und die Heimtrainer behalten die Trainingsplanung und -kontrolle im Blick. Im Januar startet dann das Wettkampfprogramm mit den Hallenmeisterschaften und den Winterwurfmeisterschaften. Gleich im Mai 2027 sind die Freiluft Landesmeisterschaften terminiert. Die Deutschen Jugendmeisterschaften finden Anfang Juli wahrscheinlich in Rostock und Koblenz statt.

Amelie Rumpf (li.) und Marie Sahler mit ihrem Heimtrainer Martin Rumpf. Kadertrainerin ist weiterhin Katrin Klaas. Sie war 2012 Vierte der Olympischen Spiele in London und stellte dort ihre persönliche Bestweite von 76,05 m auf.