DKMS - 8. November


Seit letztem Jahr hat Friederike Schoppe den Ultralauf für sich entdeckt. Zweimal absolvierte sie bislang einen 50 km-Lauf und einmal einen 100 km-Lauf. Nun stellte sie sich zum 1. Mal einem 6-Stundenlauf – und das bei der Deutschen Meisterschaft der Deutschen Ultramarathon Vereinigung (DVU) in Schwindegg im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn.
Bei Temperaturen zwischen 11 und 14 Grad gingen mehr als 150 Läufer*innen bei besten Laufbedingungen an den Start, 136 kamen am Ende ins Ziel. Das Meisterschaftsfeld war außergewöhnlich stark besetzt und angesichts der Leistungsdichte rechneten die Organisatoren schon im Vorfeld mit dem einen oder anderen Altersklassenrekord. „Schwindegg erlebt stärkste 6-h-DM der DUV seit zehn Jahren“, hieß es dann am Veranstaltungsabend auf der Homepage des Veranstalters.

Friederike Schoppe wurde bei ihrem Debüt im 6-Stundenlauf auf Anhieb Deutsche Meisterin der W50 und stellte einen neuen deutschen Altersklassenrekord auf.
Um 10 Uhr fiel der Startschuss. Gelaufen wurde auf einem flachen, amtlich vermessenen Rundkurs von nur 1,383 km. Friederike versuchte von Anfang an, sich nur auf sich selbst zu konzentrieren und nicht auf die Konkurrenz zu schauen. Sie fand schnell in einen guten Rhythmus. Schon früh auf Platz 3 des weiblichen Starterfeldes liegend, spulte sie Runde um Runde ab und konnte den Abstand zu Platz 4 stetig vergrößern.
„Es lief alles gut bis Kilometer 42 und auch weiter bis Kilometer 50“, berichtete sie später. Dabei zeigte die Uhr nach der Marathondistanz von 42,195 km 3:15:34 h als Zwischenzeit an und 3:52:51 h nach 50 km. „Ab Stunde 5 kam dann doch das Loch - energetisch, muskulär und mental wurde es schwierig und ich wollte mich nur irgendwie in die letzte Stunde retten“, schilderte Friederike ihre Erlebnisse bei dieser extremen Herausforderung. „Ich hatte auch vollkommen den Überblick über meine Rundenzahl verloren. Erst kurz vor Schluss realisierte ich, dass ich schon über 70 km gelaufen war und doch nah an den deutschen Rekord herankommen könnte.“
Mit einer Temposteigerung in den letzten 5 Minuten, in denen sie wirklich alles mobilisierte, was noch irgendwie ging, schaffte sie es, noch eine weitere Runde zu absolvieren und blieb nach 6 h vollkommen erschöpft bei herausragenden 75,544 km stehen.
Das bedeutete Platz 12 aller 136 männlichen und weiblichen Finisher, Platz 3 und Bronze in der weiblichen Gesamtwertung sowie den Deutschen Meistertitel in der Altersklasse W50. Und Friederike feierte einen weiteren Erfolg: Sie stellte einen neuen deutschen Rekord in der W50 auf. Der bisherige stammte aus dem Jahr 2022 und hatte 75,243 km betragen.
Wie stark diese Leistung einzuordnen ist, zeigt sich auch, wenn man das Tempo betrachtet: Friederike legte pro Stunde mehr als 12,5 km zurück bzw. benötigte pro Kilometer durchschnittlich nur 4:45 min. Und um eine Vorstellung für die Entfernung zu bekommen: 75 km, das ist eine Strecke von Niederselters in die Darmstädter Innenstadt oder ans Deutsche Eck nach Koblenz.
Eine echte Meisterleistung!
Bei bestem Spätsommerwetter fiel am Sonntag, dem 27. September, der Startschuss für den „Herbstlauf Niederrhein“. Bereits zum 3. Mal hatten die Kommunen Kerken, Issum und Rheurdt nahe Krefeld zusammen mit dem Energieunternehmen Westenergie zum sportlichen Familienfest an den Niederrhein eingeladen. Start und Ziel befanden sich auf dem Sportplatz des TSV 95/10 Nieukerk. Auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer warteten verschiedene Laufangebote für jedes Alter und Leistungsniveau. Das Programm reichte vom Bambini-Lauf über 400 m über den Schüler- und Family-Run über 3 km bis hin zu den beliebten Fünf- und Zehn-Kilometer-Läufen.
„Wir freuen uns darauf, wieder viele Menschen aus der Region in Bewegung zu bringen. Der Herbstlauf Niederrhein steht für Gemeinschaft, Freude an der Bewegung und ein sportliches Miteinander über alle Generationen hinweg“, hatten die Veranstalter in der Einladung betont.
Neben den sportlichen Wettbewerben erwartete die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm für die ganze Familie. Spiel- und Mitmachaktionen für Kinder sowie kulinarische Angebote sorgten dafür, dass auch abseits der Laufstrecken beste Unterhaltung geboten wurde.
Für die LSG war die laufbegeisterte Familie Gottschling am Start.

Fast die komplette Familie Gottschling war beim Herbstlauf Niederrhein aktiv (von links): Freyja, Rieke, Moritz, Lars, und Rafael Gottschling liefen mit. Mama Vanessa hatte alle Hände voll mit dem Anfeuern und Betreuen zu tun.
Freyja und Rieke hatten jede Menge Spaß beim Bambinilauf der Kinder bis 8 Jahre über 400 m. Sie absolvierten mit insgesamt 64 Kindern eine Runde im Stadion. Freyja gehörte mit zu den Jüngsten und lief dennoch bereits nach 1:44 min als siebtschnellstes Mädchen und Siegerin der W5 über die Ziellinie. Ihre Schwester Rieke wurde in 1:34 min Gesamtdritte der 64 Teilnehmer*innen und Zweite der W8.
Große Freude gab es auch bei ihren Brüdern Lars und Moritz. Sie nahmen sehr erfolgreich am Schüler- und Jugendlauf für Kinder bis 15 Jahre über 3 km teil. Lars benötigte lediglich 12:57 min und lief als Gesamtfünfter bzw. Zweiter seiner Altersklasse U12 über die Ziellinie. Moritz (M9) plagten zwischendurch Seitenstiche, dennoch erzielte auch er mit 15:11 min eine tolle Zeit und freute sich riesig über den 4. Platz seiner Altersklasse U10.
Den Familienerfolg komplettierte Vater Rafael. Nach monatelanger Verletzungspause war er Ende August erstmals über 5000 m auf der Bahn wieder gestartet und gehörte am Niederrhein zum 165-köpfigen Starterfeld über 10 km. Die Strecke verlief vornehmlich über Schotter- und Asphaltwege und war weitgehend flach. Rafael hatte sich eine Zeit unter 37 min vorgenommen und setzte dieses Vorhaben in die Tat um. Er überquerte nach starken 36:51 min als Gesamtvierter und Zweiter seiner Altersklasse M35 die Ziellinie und war absolut zufrieden über dieses Resultat.
So war es ein rundum gelungener Tag für Familie Gottschling - ein perfekter Familienausflug unter dem Motto: gemeinsam in Bewegung bleiben.
Das Ehrenamt hat in unserem täglichen Leben eine enorme Bedeutung bekommen. Es ist heute praktisch nicht mehr wegzudenken, dass „eine Einzelperson oder eine Gruppe freiwillig und unentgeltlich Arbeit leistet“, wie es bei Wikipedia heißt. Ehrenamtlich betätigen können wir uns in verschiedenen Positionen, etwa in einem Verein.
In der LSG gibt es viele ehrenamtlich Tätige. Wertvolle Mithilfe bei der Ausrichtung der zahlreichen Wettkämpfe, die die LSG anbietet (in diesem Jahr waren es zehn), leisten etwa die Kampfrichter an den Wettkampfstätten.
Der Hessische Leichtathletik Verband hatte kürzlich einen Kampfrichter-Grundlehrgang in Eschhofen ausgeschrieben, speziell für Vereinsvertreter aus dem Kreis Limburg-Weilburg. Sehr erfreulich aus Sicht der LSG: 12 der 16 Teilnehmer*innen kamen von der LSG.
Sie wurden zwei Tage lang theoretisch und praktisch geschult. D. h. das theoretisch vermittelte Wissen wurde immer wieder in Praxisübungen auf dem Sportplatz praktisch angewendet. So ging es am ersten Tag um die technischen Disziplinen Sprung und Wurf und am zweiten Tag um den Kampfrichtereinsatz beim Lauf und Mehrkampf. Zum Abschluss konnte jeder sein erworbenes Wissen mit einer Lernerfolgskontrolle testen.
„Dass ein so großer Teil der Kursteilnehmer aus unseren eigenen Reihen kam, zeigt, wie tief die Hilfsbereitschaft in der LSG verwurzelt ist," erklärte LSG-Vorsitzender Thomas Laux. "Ich danke Euch allen herzlich, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt, um unser Team zu verstärken. Ohne diese wertvolle ehrenamtliche Unterstützung könnten wir die Qualität und Vielfalt unserer Wettkämpfe in dieser Form nicht gewährleisten.“

Absolvierten ein ganzes Wochenende lang die Kampfrichter-Grundausbildung Leichtathletik (hinten v. li.): Julia Bremser, Hanna Schneider, Sophie Köble, Lea Seyffert, Brigitte Ohde-Seidel, Lorena Weber, Silvia Litzinger, Daniela Reichwein, (vorne v. li.) Lotta Herdter, Emma Keinbrecht, Lotte Rumpf und Silke Lennartz.
Mehr als 40.000 Läuferinnen und Läufer waren am Sonntag in Köln auf den Straßen der Domstadt unterwegs. Bevor es am 10.30 Uhr für die Läuferinnen und Läufer der langen Strecke über 42,195 km losging, startete bereits um 8.30 Uhr der Halbmarathon. Unzählige Menschen an der Strecke sorgten wie immer für eine ausgelassene Kulisse beim 28. Köln Marathon, und auch das Wetter spielte bestens mit. Im Vergleich zum Vorjahr war die Zahl der Läuferinnen und Läufer um über zehn Prozent gestiegen.
Auf einem flachen und schnellen Kurs ging es bei der viertgrößten Marathonveranstaltung Deutschlands sternförmig durch die Stadt. Start war auf der Opladener Straße in Köln-Deutz. Das Ziel lag traditionell auf der Komödienstraße direkt am Dom.

Die Strecke führte entlang des Rheinufers sowie durch belebte Kölner Viertel wie Rodenkirchen, Lindenthal, Ehrenfeld und Nippes, entlang derer rund 300.000 Zuschauer mit Trommeln, Plakaten, bunten Luftballons und lautstarken Anfeuerungsrufen für Stimmung sorgten.
Mittendrin: Peter Ringeisen, der zum ersten Mal in Köln am Start war und absolut angetan war von der Atmosphäre: „Die Stimmung ist unschlagbar! Quasi 42 km lang eine Finishline! Es ist unfassbar, was da abgeht! Vom ersten bis zum letzten Meter nur Menschen und Musik und Rambazamba! Mega! Ich hab‘ sowas noch nicht erlebt!“
Peter genoss diese Stimmung und ließ sich von ihr tragen. Den Halbmarathon absolvierte er in 1:32:54 h so schnell wie bei seiner Bestzeit von 3:09:05 h beim Danzig Marathon im April. Allerdings fiel ihm das Rennen ab Kilometer 32/33 sehr schwer. „Es war sehr warm heute und ich war etwas zu warm angezogen“, schilderte der 51-Jährige. Er büßte auf der 2. Streckenhälfte ein paar Minuten ein, war aber mit seiner Endzeit von 3:13:51 h sehr zufrieden. Damit war ihm eine Durchschnittszeit von 4:35 min pro Kilometer gelungen. „Meine Zeit ist unterm Strich sehr zufriedenstellend. Jedoch hab‘ ich hart dafür gekämpft!“, berichtete er. Peter belegte Platz 778 der mehr als 9.600 Finisher und wurde 32. seiner Altersklasse M50.
Der 28. Köln Marathon hat einmal mehr bewiesen, warum er zu den beliebtesten Laufveranstaltungen Deutschlands zählt: Eine perfekte Mischung aus sportlichem Ehrgeiz, mitreißender Stimmung und unvergesslichen Momenten.

